Das Blaueis

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TL;DR (too long; didn’t read)

Das Blaueis ist der nördlichste Gletscher der Alpen und der am niedrigsten gelegene und steilste der noch verbleibenden fünf deutschen Gletscher. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Gletscher regelmäßig von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften vermessen. Trotz seiner schattigen Lage hat das Blaueis nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Jahren.

Das Blaueis ist der nördlichste Gletscher der Alpen. Von den fünf (Stand: August 2022) verbleibenden deutschen Gletschern ist es der am niedrigsten gelegene und steilste. Er verdankt seine Existenz der nordexponierten Lage zwischen den Felswänden unterhalb des Kleinkalters und der Blaueisspitze, die ihn beschatten und mit Lawinenschnee versorgen Nach der historischen Maximalausdehnung von 25 ha um das Jahr 1820 kam es zu weiteren Vorstoßperioden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in den 1920er Jahren sowie um 1980. Danach setzte ein starker Gletscherschwund ein, das Blaueis besitzt heute nur noch ein Fünftel seiner Fläche von 1980.

Die Erstbesteigung des Hochkalters über das Blaueis gelang dem Salzburger Professor Eduard Richter mit seinem Bergführer Kederbach im Jahr 1874. Der Berg war damals noch 50-100 m höher als heute, denn der gesamte Gipfelaufbau stürzte am 24. August 1908 in einem gewaltigen Felssturz zu Tal. Dieses Ereignis, bei dem etwa 240000 m³ Fels bewegt wurden, war weithin hör- und sichtbar, in der Ramsau sogar als Erdbeben spürbar.

Die Geschichte der Vermessung geht zurück bis in die 1880er Jahre, als die erste Alpenvereinskarte des Gebiets im Maßstab 1:25000, der „Topographische Plan vom Watzmann und Umgebung“, erschien.

Ausschnitt aus dem „Topographischen Plan vom Watzmann und Umgebung“ 1:25000 von Waltenberger (1888).

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Gletscher regelmäßig von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften vermessen. Bereits auf der photogrammetrischen Aufnahme von 1959 zeigt sich im mittleren Bereich erstmals ein Felsriegel, der den Gletscher später in einen oberen und einen unteren Bereich teilte. Heute ist das Blaueis in fünf Eisreste mit einer Gesamtfläche von 5,2 ha zerfallen, von denen jedoch 1,7 ha nicht mehr mit dem sich bewegenden, aktiven Gletscher verbunden sind und deswegen als Toteis bezeichnet werden müssen. Durch die Bedeckung mit einer Schuttauflage, die isolierend wirkt, schmilzt dieses Toteis nur vergleichsweise langsam ab. Das Volumen des Gletschers betrug im Jahr 2018 bei einer maximalen Dicke von 17 Metern noch 280.000 m³. Trotz seiner schattigen Lage hat das Blaueis nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Jahren.

Das Blaueis 1980 (Archiv KEG) und 2022 (Foto: Wilfried Hagg).

Mehr Infos zum Blaueis und zu den anderen vier deutschen Gletschern gibt es auf der folgenden Seite:

3D-Modell
Impressionen

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